Subbetica
Renaissancebrücke Hernán Ruiz II
6,5 m breit
Durchfahrtshöhe: 20 m
Es handelt sich um eine Brücke aus dem 16. Jahrhundert, die den Fluss Genil überquert und dem alten Weg nach Antequera folgt. Sie befindet sich auf einem alten Abschnitt der Nationalstraße von Córdoba nach Málaga (CN-331) zwischen den Gemeinden Benamejí und El Tejar.
Es handelt sich um ein Projekt des Renaissance-Architekten Hernán Ruiz II. Unter all seinen Ingenieurwerken ist dies das einzige Beispiel für einen Neubau, der vollständig von ihm selbst ausgeführt wurde. Sein herausragendster Wert liegt in der Ingenieursleistung, die vorbildlich den Renaissance-Kanonen von Geometrie, Komposition, Proportionen und fast vollständiger ornamentaler Nüchternheit entspricht.
Über drei Bögen unterschiedlicher Größe führt der Fluss Genil, dessen Wasserstand stromaufwärts durch den Stausee von Iznajar geregelt wird, über das zentrale Brückenfeld. Über diesem zentralen Brückenfeld befindet sich das Wappen von Don Diego de Bernuy, eines der ältesten Wappen der Stadt Benamejí. Es ist im Terzstil angeordnet, befindet sich jedoch in einem schlechten Zustand und muss restauriert werden.
Insgesamt offenbart sich ein Entwurf mittelalterlicher Tradition, wenn auch mit Proportionen, die sich an Renaissancekonzepte halten. Die Fahrbahn liegt etwa zwanzig Meter über dem Flussniveau, wobei der Verlauf der Straße in diesem Bereich trotz der Tiefe des Flussbettes praktisch horizontal verläuft.
Die seitlichen Bögen zwischen Widerlagern und Pfeilern sind Rundbögen und ragen über eine Gesimslinie hinaus, die sich entlang der tragenden Elemente zieht. Sie haben eine Spannweite von 88 dm und ihre Laibung ist leicht vertieft. Der Mittelbogen mit einer Spannweite von 30 m ist ebenfalls ein Rundbogen, der auf Wasserniveau beginnt und eine ebenfalls vertiefte Laibung aufweist. In einer gewissen Höhe sind große Bohrlöcher zu erkennen, die wahrscheinlich den Verankerungen der Baugerüste während der Errichtung entsprechen. Die drei Bögen sind mit einer schlichten, abgeschrägten Leiste verkleidet.
Das Mauerwerk der Brücke besteht aus regelmäßigen, mittelgroßen, gut behauenen Quadern aus fossilhaltigem Stein von einheitlicher Farbe. Die Brüstung, die keine Leisten aufweist und abgeschrägte Kanten hat, verläuft umlaufend an beiden Seiten der Fahrbahn. Über den Satteln verbreitert sich die Fahrbahn, wodurch eine Art geschützter Aussichtspunkte oder Haltepunkte entsteht.
Sie wurde 2001 zum Kulturgut erklärt, da es im 16. Jahrhundert nicht üblich war, Brücken dieser Größe und Perfektion zu bauen.