Subbetica
Keramikofen (12.–13. Jahrhundert)
Dieser Ofen wurde 1993 vom Museum (Städtischer Archäologischer Dienst) freigelegt. Die Maßnahmen zur Aufwertung umfassten den Bau einer Pergola mit achteckigem Grundriss, deren Hauptmerkmal eine Metallkonstruktion mit Glasverkleidung und einem Dach aus Keramikziegeln ist. Im Inneren befindet sich der Ofen in zentraler Lage sowie die verschiedenen museografischen Elemente, die ihn begleiten (Schilder mit Hinweisen auf das mittelalterliche islamische Priego und sein Töpferviertel sowie ein Modell des rekonstruierten Ofens).
Das Töpferviertel von Madinat Baguh befand sich im 12. und 13. Jahrhundert im Bereich der heutigen Straßen Lozano Sidro und San Marcos und erstreckte sich über eine Fläche von etwa 1,5 Hektar. In diesem Bereich wurden seit 1993 zahlreiche Keramiköfen unterschiedlicher Bauart sowie weitere interessante Strukturen ausgegraben: Gruben zur Tongewinnung, Lagerräume, Mauern, Bodenbeläge...
Die Lage der Töpfereien in diesem Teil der Stadt ist kein Zufall. Hier gab es reichlich Wasser, das aus Brunnen gewonnen wurde, sowie einen geeigneten geologischen Untergrund, in dem es reichlich für die Formgebung geeigneten Ton gab. Außerdem lag das Viertel am Rande der Vororte, sodass seine Aktivitäten (Rauchentwicklung, Ansammlung von Abfällen usw.) die Nachbarn nicht übermäßig störten.
Der Brennofen ist teilweise in den Untergrund eingegraben, hat einen schlüssellochförmigen Grundriss und besteht aus folgenden Teilen:
· Brennkammer: Sie hat einen kreisförmigen Grundriss und weist eine Reihe von Öffnungen in den Wänden auf, in die Stangen oder Rollen aus Keramik eingesetzt wurden, um Regale zu bilden, auf denen die Keramikgegenstände während des Brennvorgangs gehalten wurden. Diese zylindrische Kammer war oben offen und verfügte über mehrere seitliche Schornsteine.
· Feuerraum: Es handelt sich um einen im Grundriss eher rechteckigen Raum, der an die Brennkammer angrenzt. Hier befanden sich sowohl der Eingang zum Ofen als auch der Bereich, in dem das Feuer gesteuert wurde.
Trotz seiner mittleren Größe konnten in diesem Ofen bis zu mehrere hundert Stücke gleichzeitig gebrannt werden. Die vollständig erhaltene Lochreihe weist 77 Öffnungen auf, die ein lineares Regal von 6,10 m Länge und etwa 35 cm Breite trugen. Da wir nach der Untersuchung der Trümmerfragmente wissen, dass der Ofen bis zu sechs Regalböden haben konnte, beläuft sich die Gesamtlänge der nutzbaren Regalfläche auf etwa 39 m. Hinzu kommt, dass der zentrale Bereich der Brennkammer zur Unterbringung großformatiger Stücke wie z. B. Tonkrüge genutzt wurde.